Ich kann dazu nichts sagen, denn mich hat es vor 25 Jahren noch nicht gegeben. Deshalb übergebe ich das Wort an den weiblichen Zweibeiner.
Das Radio heute ist voll von Geschichten zum Mauerfall. Ja, auch ich erinnere mich noch sehr gut an den Tag. Ich studierte zu jener Zeit in Göttingen Biologie und hatte seit gut 2 Monaten einen neuen Freund, den ich aber, weil er bereits arbeitete, nur am Wochenende sah. Denn seine Arbeitsstelle war gut 2 Stunden Autofahrt von Göttingen entfernt.
Das Radio heute ist voll von Geschichten zum Mauerfall. Ja, auch ich erinnere mich noch sehr gut an den Tag. Ich studierte zu jener Zeit in Göttingen Biologie und hatte seit gut 2 Monaten einen neuen Freund, den ich aber, weil er bereits arbeitete, nur am Wochenende sah. Denn seine Arbeitsstelle war gut 2 Stunden Autofahrt von Göttingen entfernt.
Der Tag des Mauerfalls war ein Donnerstag. Donnerstags jobbte ich nachmittags in einer Familie als Haushaltshilfe und als ich abends nach Hause kam, empfing mich meine Studienfreundin und Wohnungsnachbarin mit den Worten: „ Mach den Fernseher an, die Mauer ist auf! Ich habe eben mit meinem Vater telefoniert, die Leute kommen über die Grenze und überall im Harz brennen Freudenfeuer.“
Meine Freundin kam wie ich aus dem Westteil des Harzes. Sie aus Bad Harzburg und ich aus Clausthal Zellerfeld. Beide Orte waren nicht weit von der Grenze entfernt und Bad Harzburg lag sogar unmittelbar an der Zonengrenze, wie die Grenze damals auch genannt wurde.
Wir saßen also vor der Glotzkiste, sprich Fernseher, und konnten nicht fassen, was wir da sahen. Die Grenze war offen. Noch ein paar Tage zuvor hatte ich zusammen mit meinen Kommilitonen aus meinem Algenseminar in Bad Soden-Allendorf im Zuge einer Exkursion an der Werra salzliebende Algen gesammelt, als unser Professor mit Blick in Richtung DDR vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Ereignisse meinte: „Vielleicht erleben wir ja in naher Zukunft, dass wir ganz unbürokratisch in die DDR reisen können.“ Dass es so kommen würde, wie es dann gekommen ist, damit hatte wahrlich keiner gerechnet.
Mein Freund und heutiger Ehemann hatte von alledem nichts mit bekommen. Er saß mit internationalen Lizenznehmern seiner Firma auf der Jagdhütte eines Sauerländer Hoteliers unterhalb des Hohen Knochens (Sauerländer Berg). Handy gab es damals noch nicht und als ich am nächsten Morgen versuchte ihn im Hotel anzurufen - wir telefonierten damals täglich morgens und abends - richtete mit der Hotelier schöne Grüße aus und erklärte mir mein Freund habe eine Zimmer ohne Telefondurchwahl. Ja, auch das gab es 25 Jahren.
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