Sonntag, 2. November 2014

3. Urlaubstag - Wanderung rund um die Pousada Estância Vitória


Das nachmittägliche Programm bestand aus einer Wanderung durch das sumpfige Gebiet rund um die Pousada Estância Vitória.

Es gab viel zu sehen.

Wir trafen das kleinste Nagetier des Pantanal, das Agutis, ein Verwandter der Meerschweinchen. Die Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine, was ihm seinen typischen, charakteristischen Gang verleiht. Durch die langen Hinterbeine kann es schnell rennen, was es auch können muss, denn es steht auf dem Speisezettel von Ozelot, Puma und Jaguar.


Den Schopfkarakara, der ein Aasfresser ist, trifft man ständig an. Der hier ist ein ausgewachsenes Exemplar, erkennbar am rot verfärbten Gesicht. Junge Vögel haben ein anfänglich gelbes Gesicht, das sich zunehmend dunkler verfärbt


Auch den Rabengeier, der ebenfalls ein Aasfresser ist - hier malerisch auf einem toten Baum - trifft man überall.
 

Stirnbandibisse, die immer einen Riesenradau machen.


Eine Landschildkröte.


Der Bronzekiebitz


Er hat, wie viele Kiebitzarten auch, einen Dorn an seinen Flügelbug, den er bei Kämpfen und zur Verteidigung einsetzt.


Die Reste einer Mahlzeit, von wem auch immer.


Herrlich, leuchtend pinkfarbene Kaktusfrüchte. Wenn sie aufplatzen sind sie reif. Der weibliche Zweibeiner hatte sie probiert. Schmeckten so ähnlich und wie die Drachenfrucht (Pitahaya), die ja auch eine Kaktusfrucht ist.


Ein Baum voller Moschusenten.
Die Moschusente ist die Wildform der Warzen- bzw. Barbarieente wie sie auch heißt.


 Vor der Wanderung hatte es gewittert, und auch während der Wanderung donnerte es fortwährend. Der Himmel sah deshalb großartig aus


und das Grün war vor dem dunklen Himmel noch intensiver.


Auf dem Weg zum Aussichtsturm entdeckte Ari mit seinem scharfen Blick für alles was kreucht und fleucht eine Schlupfwespe, die eine betäubte Vogelspinne abschleppte.
Ok, man konnte diese auffällig orangerote und noch dazu sehr große Wespe nicht wirklich übersehen, aber die Spinne sah man zunächst nicht so gut.


Die Wespe muss ihre Eier in einer lebenden Spinne ablegen, damit sich die Larven darin entwickeln können. Deshalb wird die Spinne betäubt und nicht getötet. 

Vom Aussichtsturm hat man, was sonst, einen guten Überblick in die Umgebung. Man hatte ihn aber vor allem wegen des Jaribu-Storchennestes errichtet. 
Die hellgrüne Fläche unten, mittig bis links ist ein, mit Wassersalat zugewachsenes, Wasserloch.


Der Storch war gerade nicht da, dafür aber seine Untermieter, die Mönchspapageien.


Auf einem Ast im Wasserloch stand malerisch, wie eine Statue, ein südamerikanischer Graureiher, der Cocoireiher,



während Wasserschweine oder Capybara, die in Brasilien Capivara heißen, Richtung Wasser wanderten. Mit Schweinen haben diese Tiere, außer, dass sie äußerlich ein wenig an sie erinnern, nichts zu tun. Sie sind Nagetiere, die größten im Pantanal und leben rein vegetarisch.


Kaimane konnte man wegen des Wassersalates in dem Wasserloch, nicht sehen. Nur ab und zu schnappte einer hoch und bellte. Ja, die Lautäußerung hört sich wirklich wie ein Bellen an, und darum nennen ihn die Leute hier auch Pantanalhund.

Diese lustig aussehenden Vögel mit der Punkerfrisur sind Guirakuckucke. Typischerweise hocken sie, wie auch auf diesem Bild, dicht aneinandergedrängt im Baumgeäst oder auf Stromleitungen.


Wegen des Gewitters war bereits mittags der Strom ausgefallen und leider am Abend nicht wieder da. Das Abendessen war ein deshalb ein romantisches Candle-light-dinner. Aber die Nacht ohne Klimaanlage war alles andere als spaßig, geschweige denn erholsam.

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