Dienstag, 4. November 2014

5. Urlaubstag - Im Galeriewald rund um die Pousada

Nach dem Frühstück ging es mit Ari in den Galeriewald
Was ein Galeriewald ist musste der weibliche Zweibeiner auch erst mal nachschlagen  - dabei ist sie Botanikerin - und hat diese Definition gefunden:
"1) Im weiteren Sinn: Bach- oder flussbegleitender Wald, der sich als schmales Band von der umgebenden Vegetation abhebt. 2) Im engeren Sinne: Vegetationsform in den wechselfeuchten Tropen, die als Waldstreifen entlang von Tälern mit oder ohne fliessendes Wasser auftritt, im zweiten Fall ist der Galeriewald durch hochstehenden Grundwasserspiegel bedingt."
Alles klar? Egal!

Als erstes führte der Weg meine Menschen zu einem kleinen See.



Der Weg dorthin und der weitere zeigte, hier war es anders als bisher. Und das dichte Blätterdach machte das fotografieren nicht gerade einfach. Was man an diesem Bild, es zeigt einen Eichhornkuckuck, schnell klar wird. Der Kuckuck wird leider ziemlich durch die Blätter und den Ast verdeckt. Wer wissen will wie der hübsche Vogel in Gänze aussieht, dem sei empfohlen den wissenschaftlichen Namen (Piaya cayana) in eine Internetsuchmaschine einzugeben und dann Bilder aufzurufen - es lohnt sich.


Ein Rotschwanz Glanzvogel (schöne Bilder von iihm gibt es im Post "Auf dem Fluss Cuiabá"), der eine Libelle gefangen hat. Das spitze Ding rechts vom Kopf der Libelle ist kein Ast, sondern der Schnabel des Vogels.


Also Vögel fotografieren in Laub und Geäst erwies sich als schwierig. Dafür gab  es andere hübsche Anblicke im Wald. Knorriges Holz


Ranken,


ein hohler Baum


Hier doch noch mal ein Vogel. Ein Baumläufer, konkret Weißbrustbaumläufer. Der wurde zwar nicht vom Laub verdeckt, aber dafür sauste er sehr schnell auf und um den Stamm herum, was jede Menge unscharfe Bilder zur Folge hatte.


 Nest von Baumtermiten.


Noch eins.


Und  hier eine Kombi aus knorrigem Holz und Baumtermitennest.


 Kaktusfrüchte, sind die Lieblingsspeise von


Kapuzineraffen.
Kaum, dass Ari sie entdeckte, turnten sie sofort in höhere Äste und da gab es wieder das Problem mit dem Laub und so sieht man bei diesen beiden Affen die Köpfe nicht.


bzw.sind unscharf, weil der Autofokus der Kamera auf die Blätter


oder das Geäst im Vordergrund scharf stellte.


Das Bild ist nicht verkehrt rum, dieses Äffchen  knabbert tatsächlich kopfüber an einem Zweig.


Das  Loch in diesem Termitenhügel stammt von einem Gürteltier. Der Ameisenbär macht nur ein kleines Loch, in das er mit seiner Zunge hineinfährt um sich die Termiten zu schnappen. Das Gürteltier vergrößert dann das Loch. Leider haben sich sowohl Gürteltier als auch Ameisenbär nicht blicken lassen.


Diese Bromilie sieht aus als habe man sie mit Signalfarbe besprüht. Mitnichten, sie leuchten so herrlich orange und locken so Insekten an, denn die eigentlich Blüte in der Mitte ist eher unscheinbar.

 


5. Urlaubstag - Sonnenaufgang im Pantanal und Vandalen am Storchennest

Um 5 Uhr in der Früh war die Nacht für meine Menschen vorbei.
Eine halbe Stunde später trafen sie sich, Taschenlampen in den Händen und marschierten zusammen mit Ari in der Dunkelheit zum Aussichtsturm. In der Ferne hörte man das Gebrüll der Brüllaffen. Es sind die Männchen, die in Horden gemeinsam brüllen und auf diese Weise ihr Revier markieren. Man hört sie nur in der Morgen- und Abenddämmerung. Sobald es hell ist sind sie ruhig.
Meine Menschen erklommen den Aussichtsturm und Ari bedauerte die Wolken am Himmel.
Noch sieht man keine Konturen.


Das änderte sich schnell


und die Wolken machten den Himmel eigentlich nur schöner.


Ganz allmählich


stieg die Sonne


höher 


und höher.


Ein Hyazinthara-Paar, das die Nacht auf einem toten Baum verbracht hatte,


wachte nun auf und als es hell war


flogen sie


direkt zum Jaribustorchennest.


Während sich einer der Beiden auf einem Ast niederließ
.

begann der andere damit die Nester der Mönchspapageien zu inspizieren.


Es schien, als würde er sich zerstörerisch betätigen, denn es flog Nestmaterial herunter.


Meine Menschen hatten sich inzwischen vom Aussichtsturm herunterbegeben und waren unter das Storchennest gegangen.


Und so kam es, dass der Ara sie bemerkte


und schließlich mit dem anderen davon flog.


Montag, 3. November 2014

4. Urlaubstag - auf dem Fluss Cuiabá

Nach dem der Jaguar verschwunden war nahm das Boot wieder Fahrt auf. Die Bootstour war noch lange nicht zu Ende und zu sehen gab es noch ganz viel.

Ein Kaiman mit Schmetterlingen auf dem Kopf


und einer, der sich die Blutegel in seinem Maul durch die Sonne vertreiben lässt.


Schöne Flusslandschaften

.
 Ein Cocoireiher


 Sie flogen immer auf, wenn man sie fotografieren wollte.
Dieser war so freundlich hocken zu bleiben und auch noch für eine paar Bewegungsstudien zu posieren.





Mal wieder ein Jaribu-Storch. Altvogel (links) mit Jungvogel, den man an seinem flauschigen Kopf erkennt.


Dieser hier hat einen Panzerwels gefangen. Wohl bekomm's! Der Panzerwels hat ein paar üble lange Stacheln an seiner Seite. Man, das muss doch Weh tun!


Wasserschweine 

 


Dieses säugt seine Jungen.


 Der Rotbrustfischer.
Er ist der größte Eisvogel auf dem amerikanischen Kontinent und wird laut Wikipedia ca. 40 cm groß. Damit kann nur die Flügelspannweite gemeint sein - 40 cm Körperlänge hatten die nie und nimmer!




 Zwei Kappenreiher


und einer von ihnen im Flug - ok, ziemlich unscharf...
Trotzdem schön!


Ein Mangroven-Reiher im Jugendgefieder. Ein ausgewachsenes Exemplar kriegte mein Mensch leider nicht aufs Foto gebannt.
Der Mangrovenreiher ist relativ klein und hat einen kurzen, nicht den typischen s-förmig gebogenen, Hals. Dieser Jungreiher streckt sich, so dass man glauben könne auch er habe einen langen Hals. 

 
 Hier zum Vergleich ein juveniler Marmorreiher. Der Hals ist deutlich länger.

Eine Fotoreihe vom Marmorreiher kommt in einem separaten Blog. Ein Elternpaar und ihr Junges lebte direkt am Wohnhäuschen meiner Menschen auf der Pousada.


 Flusslandschaft, die Zweite.


 Zwei Rotschwanz-Glanzvögel, mit ihrem herrlich schimmernden Gefieder.
Sie sehen ein bisschen aus wie Eisvögel gehören aber in die Gruppe der Spechtvögel und sind Insektenfresser während der Eisvogel als Fischer Fisch und kleine Reptilien frisst.



Ein Gelbstirn-Blatthühnchen, hat, wie der Name vermuten lässt, einen gelben Fleck auf der Stirn, den man hier nicht sieht.
Der schwarze Kringel markiert eines der Küken, die es führte.


und hier - leider unscharf - im Ausschnitt zu sehen ist.


Zum Abschluss begegneten uns auch eine Gruppe Fischotter. Als das Boot um eine Flussbiegung kam, tummelten sich viele in Ufernähe im Wasser. Doch kaum nahmen sie das Boot wahr. tauchten sie ab. Es war unglaublich schwer welche aufs Foto zu kriegen. Und richtig scharf sind die wenigen Bilder natürlich auch nicht geworden.



Nach der Begegnung mit dem Fischotter ging es wieder Richtung Port Joffre.
Der Tag auf dem Wasser war lang gewesen. Für unseren Guide Ari muss der lange Tag anstrengend gewesen sein. Zwar führte er nicht das Boot, hatte aber doch die ganze Zeit nach den diversen Tieren und Vögeln Ausschau gehalten. Und nun lag ja auch noch und die gut 2,5 Stunden dauernde Rückfahrt über die fahrtechnisch anspruchsvolle Transpantaneira vor ihm. Das bedeutete aber nicht, dass er diese Strecke einfach zurückfuhr. Auch hier war sein Blick für alles in der Umgebung geschärft und so entging ihm der Sumpfhirsch, der in einem der Sumpflöcher ein kühlendes Bad nahm, nicht.
 .

Der stand aber sofort auf, als das Jeep hielt.
.

und beschloss das Weite zu suchen,
 .

tauchte vorsichtig mit seinem Bastgeweih unter dem Zaun durch und gesellte sich zu den anderen Sumpfhirschen, die malerisch zwischen den Termitenhügeln standen.
 .

Sumpfhirsche gehören zu den Trughirschen, von denen die meisten der etwa 20 Arten auf dem amerikanischen Kontinent leben. In Europa leben nur das Reh, der Elche und das Ren.
Im Pantanal lebt ca. 75% Prozent der Sumpfhirschpopulation.

Rechtzeitig zum Abendessen waren meine Menschen wieder auf der Pousada Estância Vitória. Und, oh Freude, der Strom war wieder da! Dass die Klimaanlage im Schlafzimmer wegen des Stromausfalls kaputt gegangen war, stellen meine Menschen erst während der Nacht fest. Geschlafen haben sie trotzdem, dazu war der Tag auf dem Fluss, der Weg dort hin und wieder zurück und vor allem die vielen Eindrücke zu anstrengend gewesen. Und außerdem sollte die Nacht wieder kurz sein, denn für den nächsten Tag war geplant vom Aussichtsturm den Sonnenaufgang abzuwarten.